Pkw touchiert Pedelec-Fahrer! Wann gibt es den nächsten Todesfall?

Einer Pressemitteilung der Polizei war zu entnehmen, dass am Montagabend auf der August-Klotz-Straße in Düren zu einem Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einem Pedelec gekommen ist, bei dem der Pedelec-Fahrer Verletzungen davon trug.

Nach jetzigem Stand der Ermittlungen geriet der Kraftfahrer nach rechts auf den für Radfahrende vorgesehenen Streifen und touchierte dabei den in die gleiche Richtung fahrenden Pedelec-Fahrer.

Das ist genau das, wovor ich immer schon warnte! Für mich ist das Maß voll.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis da wieder ein Radfahrer verunfallt und im schlimmsten Fall sein Leben lässt.

Immer wieder habe ich auf die großen Risiken der überbreiten Fahrspuren hingewiesen, die zu einem zu engen Überholen verleiten. Zwei Autos wollen da nebeneinander fahren (obwohl die Fahrbahn dafür nicht ausgelegt ist) und wenn dann auch ein Radfahrer dort unterwegs ist, wird oft nicht gewartet, sondern trotzdem auch dieser zu eng überholt.  

Beim Überholen von Radfahrenden müssen Autofahrende innerorts mindestens 1,5 Meter und außerorts mindestens zwei Meter Seitenabstand halten.

Zu enges Überholen kann Radfahrende durch den Luftzug gefährden oder sie zu riskanten Ausweichbewegungen zwingen – oder wie in diesem Fall sogar zu einem Zusammenstoß führen.  
Es beeinträchtigt zudem das Sicherheitsgefühl von Menschen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind. Deshalb müssen Überholabstände landesweit regelmäßig und systematisch kontrolliert und Verstöße konsequent geahndet werden!

Aber außerdem und vorrangig ist eine sichere Infrastruktur herzustellen.
Dafür sind die Städte verantwortlich und wir haben da kein Wissendefizit, sondern ein Umsetzungsdefizit!

Fachliche Zusatzinfos: Es handelt sich an der Unfallstelle nicht um einen normgerechten Schutzstreifen, sondern um einen alten Mehrzweckstreifen – was aber für die Risikobewertung irrelevant ist. Unabhängig davon, ob es eine Radverkehrsanlage gibt oder nicht – der vorgeschriebene Überholabstand gilt immer und überall!

Foto: Frühere Protestaktion an der Straße, nur wenige Meter von der Unfallstelle entfernt.

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